2. Oktober 2012

Missverständnis 27: Hohe CO2 Vermeidungskosten der Photovoltaik

Windenergie und Photovoltaik verdrängen momentan hauptsächlich Strom aus Braunkohle und Steinkohle.

Diese haben folgende CO2-Emissionen:

Steinkohle-Kraftwerk         949 g/ kWh

Braunkohle-Kraftwerk        1153 g/kWh

D.h. eine kWh PV- oder Windstrom spart ungefähr ein Kilogramm CO2 ein. Die Vergütung für PV-Strom liegt heute zwischen 18 und 24 Cent je kWh. Der Wert des EEG-Stromes liegt gemäß BDEW für 2012 bei ca. 11 Cent pro kWh. Es verbleiben also ca. 10 Cent, die der PV-Strom heute teurer ist. Diese sind nötig, um eine neue Technologie marktreif zu machen, quasi als Anschubfinanzierung.

Wenn man diesen Punkt außer Acht lässt und die vollen 10 Cent als Kosten für die CO2-Vermeidung annimmt, so kommt man auf folgende Rechnung:

  • 1kWh erspart 1kg CO2, d.h.
  • 1 kg CO2 kostet maximal 10 Cent
  • 1 Tonne CO2 kostet maximal 100 Euro.

Es ist gerade der Erfolg der erneuerbaren Energien, dass weniger CO2 emittiert wird. Als Konsequenz daraus sollte die Obergrenze der Emissionen reduziert werden, wodurch weniger Zertifikate im Handel wären. Das würde dann wieder zu angemessenen Zertifikatspreisen führen.

Die Bundesregierung hat dies auch erkannt und am 24.08.2011 eine neue Zuteilung von Treibhausgas- Emissionen beschlossen. Beim BMU gibt es folgende Stellungnahme dazu:

»Insgesamt  werden in der EU ab dem Jahr 2013 deutlich weniger Zertifikate kostenlos zugeteilt als in den beiden zurückliegenden Handelsperioden. Dies liegt zum einen an der gezielten Verknappung der verfügbaren Zertifikate und zum anderen am Ausschluss der kostenlosen Zuteilung für die gesamte Stromerzeugung. Denn der Wert der Zertifikate, die den Stromerzeugern kostenlos zugeteilt wurden, ist in der Vergangenheit trotzdem den Kunden in voller Höhe in Rechnung gestellt worden. Derartige ‚Gewinne‘ werden künftig nicht mehr möglich sein.«

Hier finden Sie weitere Beiträge aus unserer Reihe zum Thema Missverständnisse über die Photovoltaik.

Quelle: Fraunhofer-Institut (pdf)