22. März 2019

Wasser: eine kostbare Ressource für alle

Fakten und Projektbeispiele zum Weltwassertag 2019

In den ärmsten Ländern der Welt stirbt alle acht Sekunden ein Kind an einer Krankheit, die durch unsauberes Wasser verursacht wird. Sauberes Wasser ist eine der Grundbedingungen für die Gesundheit der Menschen. Doch nicht überall auf der Welt steht es ausreichend und in guter Qualität zur Verfügung. (1) Wir nehmen den Weltwassertag der Vereinten Nationen am heutigen 22. März zum Anlass, beispielhafte Projekte in Asien und Afrika vorzustellen und einen Blick auf unser Land und seinen Wasserverbrauch zu werfen.

Foto: Pezibear / Pixabay

Hilfsprojekt »Dreh den Hahn auf« in Kambodscha

2019 lautet das Motto des Weltwassertags „Leaving no one behind“ („Niemanden zurück lassen“). Es orientiert sich am UN-Ziel für 2030, einen nachhaltigen Entwicklungsprozess zu etablieren, von dem jeder profitiert. Ein Beispiel dafür ist die Aktion »Dreh den Hahn auf« der Hilfsorganisation Smaritan’s Purse. Seit 2008 unterstützt das Projekt in Kambodscha die Versorgung von Familien mit sauberem Trinkwasser durch Bio-Sand-Wasserfilter. Dieser wird aus natürlichen Materialien lokal hergestellt und verwandelt verkeimtes Wasser in kürzester Zeit (1l pro Minute) in sauberes Trinkwasser. 2017 kam auch die Förderung zum Bau von Latrinen in Kambodscha hinzu. (2)

Foto: obs/Geschenke der Hoffnung e.V./Geschenke der Hoffnung e. V.“ / Samaritan’s Purse

Brunnenbau und Aquaponik in Sambia

Ein weiteres Beispiel für Hilfeleistung vor Ort sind zwei Projekte in Sambia, die von der 7x7lebenswert Stiftung unterstützt werden. Da ist zum einen der Bau von Brunnen für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in der Stadt Kabwe. Dort wurde 2017 In Zusammenarbeit mit lokalen Firmen und Einwohnern ein Brunnen im Stadtteil Makwati errichtet. 2018 folgten zwei Brunnen im Armenviertel Makululu mit über 90.000 Einwohnern. Weitere Brunnen sind derzeit für den Stadtteil Kaputula und das dort angesiedelte Children Center 12TCC geplant. Ebenfalls geplant ist der Bau einer PV-Aquaponik Anlage mit dem dreifachen Zweck Gemüseanbau, Fischzucht und Stromerzeugung. (3)

Andreas Mankel (r.), Vorstand der 7x7lebenswert Stiftung, bei der Einweihung eines Brunnens (Foto: 7x7lebenswert Stiftung)

Deutschland und sein Wasserfußabdruck – wo wir zu viel verbrauchen

Wir nutzen Wasser nicht nur direkt zum Trinken, Kochen oder Putzen. In Lebensmitteln und anderen Produkten ist ebenfalls Wasser enthalten oder wurde zu deren Erzeugung eingesetzt. Dieses Wasser wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Die Summe des direkt und indirekt genutzten Wassers beschreibt unseren Wasserfußabdruck, also unseren tatsächlichen Wasserverbrauch. (4)

Der Wasserfußabdruck in Deutschland beträgt 1.545 m³ pro Kopf und Jahr – das sind pro Tag 4.230 Liter. Der globale Durchschnitt pro Jahr beträgt 1.240 Kubikmeter. Deutschlands jährlicher Wasserverbrauch mit 1.545 Kubikmetern liegt damit im oberen Bereich der Spanne (lt. »Water Footprint Network“). Verantwortlich für diesen hohen Verbrauch ist vor allem unser Lebensstandard, insbesondere der Fleischkonsum und die intensive Nutzung von Industrieprodukten. So fallen beispielsweise bei der Herstellung eines Autos durchschnittlich 400.000 Liter virtuelles Wasser an, für einen Computer 20.000 Liter. Die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch ohne Knochen erfordert 15.500 Liter virtuelles Wasser, von dem allein 15.300 Liter für das Futter aufgewendet werden. (5)

Infos und Downloads:

Weltwassertag 2019

Weltwasserbericht der Vereinten Nationen 2019

Benutzte und zitierte Quellen:

(1) wasistwas.de (Infos für Kinder zum Weltwassertag)

(2) Samaritan‘s Purse (die-samariter.org) zum Weltwassertag 2019, Aktion »Dreh den Hahn auf«

(3) Brunnenprojekt der 7x7lebenswert Stiftung in Sambia, Projekt einer PV-Aquaponik-Anlage in Sambia, www.7x7lebenswert.de

(4) umweltbundesamt.de: Was ist der Wasserfußabdruck?

(5) Bundesumweltministerium »Umwelt im Unterricht«: Das Wasser der Welt – eine geteilte Ressource